Was genau ist biologische Vielfalt?

Die biologische Vielfalt umfasst verschiedene Ebenen, die aufeinander aufbauen beziehungsweise immer komplexer werden. Die erste Ebene ist die genetische Vielfalt. Die Gene eines Individuums legen fest, zu welcher Art es gehört und welche besonderen Eigenschaften es hat, die es von seinen Artgenossen unterscheidet. Genetische Vielfalt beschreibt die Vielfalt innerhalb einzelner Arten – zum Beispiel auch die verschiedenen Nutztierrassen in den jeweiligen Unterarten wie Hausschwein, Hausschaf oder Hausrind oder die unterschiedlichen Apfelsorten auf den hessischen Streuobstwiesen.

Äpfel an einem Apfelbaum

Die nächsthöhere Ebene ist die Artenvielfalt. Als Art bezeichnet die Biologie eine Gruppe von Lebewesen, die eine Fortpflanzungsgemeinschaft bilden und sich durch gemeinsame Merkmale identifizieren lassen. Weltweit sind rund 1,8 Millionen Arten bekannt, in Deutschland kommen knapp 72.000 Tier- und Pflanzenarten vor. Ein Hotspot mit hoher Artendichte und -vielfalt ist in Hessen ist die Streuobstwiese, auf der bis zu 5.000 (!) verschiedene Tier- und Pflanzenarten zu finden sind.

Die dritte Ebene ist die Vielfalt der Ökosysteme. Hier geht es um verschiedene Ökosysteme wie Wald, Wiese, See mit den jeweils ihnen eigenen Lebewesen. Diese Lebewesen sind innerhalb eines Ökosystems voneinander abhängig, und auch die verschiedenen Ökosysteme beeinflussen sich untereinander. Zusammenfassend kann man sagen: Die genetische Vielfalt bestimmt die Vielfalt der Arten, die wiederum eine Vielzahl verschiedener Ökosysteme besiedeln.

Rhönschaf auf der Wiese

Die biologische Vielfalt ist leider weltweit in alarmierendem Maße auf dem Rückgang: pro Jahr, so warnen Fachleute, sterben mehrere 1.000 Arten aus. Ursachen sind unter anderem die Zerstörung von Lebensraum, die intensive und einseitige Landnutzung, die Zunahme an freigesetzten Schadstoffen, sogenannte „invasive Arten“ (gebietsfremde Arten, die einheimische verdrängen) und nicht zuletzt der Klimawandel. In Deutschland sind heimische Nutzpflanzen- und Nutztierarten stark bedroht.

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