Vielfalt Nutztiere

Vielfalt bei den Nutztieren

Die Gefahr des Aussterbens besteht auch bei Nutztieren. Die Agrobiodiversität, also die biologische Vielfalt in der Land- und Agrarwirtschaft, geht erheblich zurück. Fachleute schätzen, dass weltweit jede Woche im Schnitt zwei Rassen verschwinden. So gibt es heute in Deutschland zum Beispiel nur noch fünf von ehemals mindestens 35 einheimischen Rinderrassen. Rund 50 von 75 einheimischen Nutztierarten gelten hierzulande als gefährdet.

Die Gründe sind ähnlich gelagert wie bei den Nutzpflanzen. Hinzukommt, dass alte Nutztierrassen sogenannte Zwei- oder Dreinutzungsrassen sind: Beispielsweise ist die Hausrinderrasse Fleckvieh gleichermaßen gut geeignet zur Fleischerzeugung und Milchproduktion; bestimmte Geflügelsorten liefern sowohl gute Eier als auch gutes Fleisch. Heutzutage geht der Trend jedoch zu einer spezialisierten Zucht – Tiere sollen nur Fleisch, nur Eier, nur Milch liefern – und man entfernt sich zwangsläufig von alten Rassen. Konzentriert sich die Landwirtschaft in der Züchtung zudem nur auf wenige Spitzenvererber (einzelne Vatertiere, die millionenfach Nachkommen zeugen), erzielt sie zwar kurzfristig hohe Zuchterfolge, langfristig besteht aber die Gefahr der sogenannten Inzuchtdepression: Vitalität, Fruchtbarkeit und Leistung der Rasse lassen nach. Der Fortbestand alter Nutztierrassen ist also unabdingbar für den Ausgleich in der biologischen Vielfalt und den Erhalt des genetischen Potenzials.

Das Land Hessen fördert die Zucht und Haltung bestimmter Rassen finanziell. So können sich zum Beispiel das Rote Höhenvieh, das Rhönschaf oder die Weiße Deutsche Edelziege wieder vermehren – zum Schutz der genetischen Vielfalt und, wenn sie zur natürlichen Landschaftspflege eingesetzt werden, auch zur Stärkung des Ökosystems.

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