Vielfalt Nutzpflanzen

Vielfalt bei den Nutzpflanzen

Geht es um die Vielfalt bei Nutzpflanzen, spricht man nicht mehr von der klassischen biologischen Vielfalt, sondern von Agrobiodiversität: die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft. Auch die Agrobiodiversität wird zunehmend geringer. In der industrialisierten Landwirtschaft kommen immer häufiger neu gezüchtete Sorten vor, die qualitativ gleichbleibende Erträge liefern und so – vermeintlich – für Lebensmittelsicherheit sorgen. Diese neuen Sorten sind längt nicht so robust wie die alten; oft bringt erst der Einsatz von chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln eine zufriedenstellende Ernte. Alte Sorten hingegen sind in der Regel speziell an Klimazonen oder kleinräumige Standorte angepasst und dort oft ertragreicher und ertragssicherer als neue Sorten.

Streuobst

Champagner-Roggen, Kamut, Emmer, Dreikorn oder Weizen namens „Alter deutscher Dickkopf“ – sie alle spielen in der Landwirtschaft eine kleine bis gar keine Rolle mehr. Weltweit sind in den vergangenen 100 Jahren drei Viertel aller landwirtschaftlichen Nutzpflanzen verloren gegangen. Dabei haben sie entscheidende Vorteile: Resistenzen gegen Schädlinge, die bisweilen unbekannt sind, sowie Anpassungen an Wetterextreme. Mit diesen Eigenschaften sind sie hervorragend für Weiterzüchtungen geeignet.

Ähnlich sieht es bei den Obstsorten aus, vor allem alte Apfel- und Birnensorten verschwinden von den Obstwiesen oder sind nur regional stark begrenzt zu finden. Dabei haben sie die gleichen Vorteile wie alte Getreidesorten. Dem Engagement von Verbänden, Naturschutzvereinen, Baumschulen und Privatpersonen ist es zu verdanken, dass „Ausbacher Roter", „Jakob Fischer", „Rheinischer Bohnapfel“ oder auch „Clapps Liebling“ weiterhin Bestand haben und nicht völlig aussterben. Für eine möglichst breite biologische Vielfalt ist im Übrigen der Obstanbau in Streuobstwiesenform von größter Bedeutung. Auf Streuobstwiesen stehen klassischerweise verschiedenste Obstorten – egal, ob alte oder neue –, deren Verschiedenartigkeit weitere Vielfalt im Tier- und Pflanzenreich ermöglicht.

Um den Anbau alter Obst- und Getreidesorten zu fördern, muss das Kaufinteresse daran steigen – und hier kommen die Verbraucher/innen ins Spiel. Je mehr Bewusstsein Konsumierende für die Bedeutung der biologischen Vielfalt bei den Nutzpflanzen haben, desto stärker können sie diese Sorten nachfragen – und dazu beitragen, dass diese nicht aussterben.

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