Erzeugerstandards

Grundlegende Voraussetzung für die Teilnahme am Qualitätsmarkensystem ist, dass Qualitätsmarkenbetriebe ausschließlich von Fachkräften geführt werden dürfen. Sie verfügen über das erforderliche Know-how, um Produkte gemäß der guten fachlichen Praxis zu erzeugen.

Im Bereich der pflanzlichen Erzeugung werden besonders konsequent die Empfehlungen des integrierten Pflanzenbaus in die Praxis des Qualitätsmarkensystems umgesetzt. Die umweltschonende und nachhaltige Landbewirtschaftung steht bei allen Maßnahmen im Mittelpunkt. 

• Düngung mit Auflagen: Durch regelmäßige Bodenanalysen kann die Düngung den jeweiligen Boden- und Pflanzenbedürfnissen angepasst werden. Ein überhöhter Gehalt an toxisch wirkenden Schadstoffen im Boden schließt alle darauf erzeugten pflanzlichen Rohstoffe vom Qualitätsmarkensystem aus.

• Reduzierung des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln: Landwirte des Qualitätsmarkensystems müssen sich beim Pflanzenschutz genau an vorgegebenen Bekämpfungsschwellen orientieren und die Warndiensthinweise der amtlichen Pflanzenschutzdienste berücksichtigen. 

• Standortangepasste Bodenbearbeitung: Bei Tätigkeiten auf dem Feld müssen die bodenschutzrechtlichen Vorschriften beachtet werden. Treten Bodenschäden durch unsachgemäße Bearbeitung auf, kann dies sogar zur Aberkennung der Zulassung der angebauten Kulturen zum Qualitätsmarkensystem führen. 

• Ausschluss von Gentechnik: Gentechnisch verändertes Saat- oder Pflanzgut ist für die pflanzliche Produktion ausdrücklich nicht zugelassen.

Im Bereich der tierischen Erzeugung müssen gleichermaßen strikte 
Standards eingehalten werden. Die Schwerpunkte der Qualitätsmarke sind auch hier vielfältig ausgerichtet und zielen auf verschiedene Teilgebiete ab.

• Artgerechte Haltung und Behandlung der Tiere: Dies zählt zu den wichtigsten Bestrebungen der Qualitätsmarke. Bei Rindern ist die Anbindehaltung untersagt, für Schweine und Lämmer müssen Mindestgrößen bei den Stallflächen berücksichtigt werden. Als Weiderind- bzw. Weidelammfleisch wird nur solches Fleisch angeboten, dem eine Freilandhaltung der Rinder bzw. Lämmer von mindestens 7 Monaten vorausgegangen ist. 

• Transparentes Fütterungssystem: Das eingesetzte Futter sollte möglichst aus wirtschaftseigener Herstellung stammen. Nur ausdrücklich zugelassene Futterkomponenten der offiziellen Positivliste dürfen zugekauft und verwendet werden; all das muss offen deklariert werden. Das Futterangebot ist art- und bedarfsgerecht an die Anforderungen der Tiere angepasst. 

• Salmonellen-Monitoring: Die Untersuchung von Stichproben auf Salmonellenantikörper soll den Eintrag übertragbarer Krankheitserreger in die Lebensmittelkette verhindern. Eine größere Anzahl positiver Proben schließt die Tiere des jeweiligen Betriebs vom Qualitätsmarkensystem aus. 

• Produktionsbegleitende und gesundheitliche Betreuung: Das Qualitätsmarkensystem orientiert sich fortwährend an neuesten Produktionsstandards und -erkenntnissen. Daher ist eine produktionsbegleitende Beratung vorgeschrieben.

• Qualitätsabsicherung: Nur wenn das Fleisch die erwünschten Qualitätsmerkmale, wie z. B. arttypische Farbe, Marmorierung und Konsistenz, aufweist, darf es unter dem Signet der Qualitätsmarke angeboten werden. Die nach der Schlachtung vorgeschriebene pH-Wert-Messung dient dazu, qualitativ minderwertiges Fleisch zu erkennen und vom Qualitätsmarkenprogramm auszuschließen. 

Neben den genannten Leistungsstandards müssen bei der pflanzlichen und tierischen Erzeugung weitere Anforderungen beachtet und eingehalten werden. Diese sind in den sogenannten Handbüchern festgehalten, die nach den einzelnen Produktbereichen aufgeteilt sind.