Eingetragene Produkte aus Hessen

Basierend auf den von der Europäischen Union 1992 erlassenen Verordnungen (2081/92 und 2082/92), durch die Erzeugnisse mit geografischer Herkunftsangabe und besonderer Tradition geschützt werden sollen, wurde 1997 der „Odenwälder Frühstückskäse“ als erstes hessisches Produkt mit einer geschützten Ursprungsbezeichnung im Register der EU eingetragen. Nach einer Laufzeit von sechs Jahren, die das Genehmigungsverfahren für sich in Anspruch nahm, wurden Ende 2010 auch der „Hessische Apfelwein“ und der „Hessische Handkäse“ als „geschützte geografische Angabe“ eingetragen. Kürzlich wurde zudem die "Frankfurter Grüne Soße" g.g.A. von der EU geschützt.
 

„Odenwälder Frühstückskäse“ g. U.
Eintragung als geschützte Ursprungsbezeichnung am 25. November 1997

Der „Odenwälder Frühstückskäse“ ist ein herzhafter Weichkäse aus Kuhmilch mit Rotkultur. Der Käse reift 14 Tage und hat 10 % Fettgehalt. Obwohl auch „Odenwälder Handkäse“ genannt, handelt es sich um einen Labkäse und nicht um einen Sauermilchkäse. Sein Geschmack ist mild-aromatisch als junger Käse, herzhaft und pikant im reifen Stadium. Den Namen „Frühstückskäse“ erhielt der Käse, da er traditionell von den Bauern nach dem Melken zum Frühstück verzehrt wurde. 
Das Herstellungsgebiet liegt im südlichen Teil des hessischen Odenwalds, im Naturpark Bergstraße-Odenwald. Die artenreiche Futterbasis dieser Mittelgebirgslage verleiht dem Käse seinen besonderen Geschmack. 

Antragsteller: Verband der Deutschen Milchwirtschaft e. V. 
Produzent: Molkerei Hüttenthal GmbH & Co. KG
Dokumentation


„Hessischer Handkäse“ / „Hessischer Handkäs“ g. g. A.
Eintragung als geschützte geografische Angabe am 4. September 2010

Der „Hessische Handkäse“ ist ein magerer Sauermilchkäse, der ursprünglich von Hand geformt wurde und so zu seinem Namen kam. Mit dem Siegel dürfen Gelbkäse ohne und mit Milchschimmel ausgezeichnet werden. Im Laufe der Zeit hat sich um das Produkt eine eigene Esskultur entwickelt. „Handkäs mit Musik“ ist eine der bekanntesten Verzehrsvarianten, bei der der Käse in eine besondere Marinade aus Zwiebeln, Essig und Öl eingelegt wird. 
Das Herstellungsgebiet umfasst ganz Hessen. Ein Zentrum der Handkäseherstellung war und ist die Region Hüttenberger Land im heutigen Lahn-Dill-Kreis ebenso wie Groß-Gerau. Der „Hessische Handkäse“ gilt als hessisches Nationalgericht und darf neben „Äbbelwoi“ in keinem hessischen Gasthof fehlen.

Antragsteller: Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse Hessen e. V.


„Hessischer Apfelwein“ g. g. A. 
Eintragung als geschützte geografische Angabe am 30. Oktober 2010

„Hessischer Apfelwein“ ist ein vergorenes Erzeugnis aus Apfelsaft mit einem Fruchtgehalt von 100 %, dessen Vergärung, Klärung und Abfüllung ausschließlich in Hessen erfolgt. Traditionell wird er aus Äpfeln von hessischen Streuobstwiesen hergestellt. Charakteristisch für „Hessischen Apfelwein“ ist ein herber Geschmack, der durch eine vollständige Vergärung entsteht. Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 5 Vol.-%. 
Streuobstwiesen gehören fast überall in Hessen traditionell zur Kulturlandschaft und zeichnen sich durch eine große Vielfalt der Apfelsorten aus. Diese Sortenvielfalt stellt eine Besonderheit des „Hessischen Apfelweins“ dar. Im Bundesland Hessen ist er das „Nationalgetränk“.

Antragsteller: Verband der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien e. V.

„Frankfurter Grüne Soße“ / „Frankfurter Grie Soß“ g. g. A. 
Eintragung als geschützte geografische Angabe am 9. März 2016

Als „Frankfurter Grüne Soße“ wird die 7-Kräuterkomposition bezeichnet, die der wesentliche Bestandteil des beliebten Gerichts "Grüne Soße" ist, im Volksmund auch "Grie Soß" genannt. Die „Frankfurter Grüne Soße“ besteht aus den sieben frischen Kräutern Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Sie besteht aus frischen Blättern, Blattstielen und Triebspitzen. Keine Kräuterart darf mit mehr als 30 Prozent vertreten sein. Das Herstellungsgebiet umfasst die Stadt Frankfurt am Main und bestimmte direkt angrenzende Städte und Gemeinden. Der Gartenbau hat dort eine alte Tradition. Die „Grüne Soße“ entwickelte sich als typisches Frühjahrsgericht und ist auch heute noch ein traditionelles Festgericht am Gründonnerstag oder zu Christi Himmelfahrt. 

Antragsteller: Verein zum Schutz der „Frankfurter Grünen Soße“ e. V.

Unsere Partner in Ihrer Nähe

Unsere Partner nach Produkten

Produktkategorien öffnenschließen