 | Bei den frisch gepflanzten Obstgehölzen steht jetzt der Pflanzschnitt an, d.h. bei der Herbstpflanzung muss im folgenden Frühjahr und bei der Frühjahrspflanzung sofort nach dem Pflanzen zurückgeschnitten werden. Nach den Gütebestimmungen soll die Krone eines Baumes fünf bis sieben einjährige Triebe (siehe erstes Bild links) und bei Kronenveredlungen drei bis fünf einjährige Triebe haben. |
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 | Die Kronenveredlung Das Grundgerüst einer Krone, soll aus drei bis vier Leitästen und einem Mitteltrieb bestehen, die Baumform und Obstart spielen dabei keine Rolle. Vor dem eigentlichen Rückschnitt wird der Konkurrenztrieb und das Zuviel an Trieben auf Astring entfernt (siehe zweites Bild links). Vorhandene bereits waagrechte Triebe bleiben stehen. Das Entfernen dieser Triebe fällt dem Baumbesitzer bereits schwer. Es ist aber notwendig, denn die vorhandenen drei bis vier Leitäste nehmen an Umfang zu und bekommen Seitenäste, so dass für fünf und mehr Leitäste kein Platz ist. Die drei bis vier Leitäste und der Mitteltrieb werden dann zurückgeschnitten. Dabei werden die einjährigen Triebe (Leitäste) um die Hälfte ihrer Länge auf eine nach außen stehende Blattknospe eingekürzt. Der Mitteltrieb wird auf die gleiche Höhe der Leitäste zurückgeschnitten und zwar auf eine Blattknospe über der vorjährigen Anschnittstelle. Dies bewirkt eine gerade Stammverlängerung. |
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| Der Rückschnitt der Leitäste Bei dem Rückschnitt der Leitäste muss mit dem schwächsten Leitast begonnen werden. Dementsprechend werden die restlichen Leitäste einschließlich des Mitteltriebes auf die gleiche Höhe zurückgeschnitten (siehe drittes Bild links). Es ist die sogenannte „Saftwaage“. Nur wenn diese Regel beachtet wird, kann man mit einem gleichmäßigen Austrieb der angeschnittenen Triebe rechnen. Die waagrecht verbliebenen Seitenäste werden nicht zurückgeschnitten. Aus der Endknospe dieser Triebe entwickelt sich der Neuzuwachs und die Blattknospen an den verbliebenen Ästen bilden sich im Laufe der Vegetation (Juni / Juli) zu Blütenknospen um. |
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 | Der Pflanzschnitt beim Pfirsichbaum Der Pflanzschnitt beim Pfirsichbaum nimmt eine Sonderstellung ein. Mit den vorzeitigen schwachen Trieben der einjährigen Veredlung läßt sich keine gute Krone aufbauen (siehe viertes Bild links). Die vorzeitigen Triebe werden bis auf eine Stammhöhe von 0,60 m auf Astring entfernt. Der Mitteltrieb wird auf eine Blattknospe angeschnitten und die Seitentriebe auf eine bis vier Blattknospen zurückgeschnitten (siehe fünftes Bild links). Man spricht bei dem Pfirsich auch vom sogenannten „Spazierstockschnitt“. |
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 | Nach dem Rückschnitt erfolgt ein kräftiger Austrieb. Mit diesen Trieben kann man dann die Krone mit drei bis vier Leitästen und einem Mitteltrieb aufbauen. Wobei der Pfirsich dazu neigt, dass der Mitteltrieb vorzeitig verkümmert und sich eine Hohlkrone bildet. Nach dem Pflanzschnitt folgt der Erziehungsschnitt, der sich je nach Obstart und Baumform auf acht bis zehn Jahre erstreckt. |
| | Dipl. Ing. Heinz Grotemeyer Gelnhausen |